Sarah

„In Paris habe ich mir viele Theaterstücke und Filme angesehen, Ausstellungen besucht und bin in eine Reihe von Konzerten gegangen“

Als ich Französisch im Fachbereich der Romanistik an der Uni Potsdam studierte, hatte ich über einen Professor erfahren, dass ein Stipendienprogramm des DAAD angeboten wird, dessen Ziel es war den Studenten die Chance zu bieten, ein Jahr die deutsch-französischen Kulturbeziehungen in Paris zu studieren. Dank diesem Programm konnte ich nach diesem Studienjahr eine französische Licence erwerben.

Ich habe mich für dieses Programm beworben und habe also ein Jahr an der Pariser Universität Sorbonne Nouvelle Paris 3 nicht nur die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, sondern auch die Literaturwissenschaften und die politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten studiert. Dank diesem Studium habe ich auch Einblicke in den französischen Journalismus und Themenbereiche wie Kino, Film und Filmographie bekommen. Außerdem habe ich die Methodik für Übersetzung und Textverfassung gelernt - die deutschen Studenten mussten lernen, sich an die typisch französische Textstruktur der These, Antithese und Synthese zu halten!

Durch dieses Studium bin ich auch viel politischer geworden. Da wir immer sehr viel über die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen mit dem Hintergrund der Gründung der Europäischen Union gelernt haben, habe ich gemerkt, wie wichtig die europäische Idee ist. Mir fiel auf dass, selbst wenn es Probleme innerhalb Europas gibt, es heute nicht mehr zu einem Krieg käme so wie damals, und dass wir diese Tatsache vor allem auch der Gründung der EU verdanken. Hierdurch habe ich angefangen mich in europäischen Initiativen politisch und zivilgesellschaftlich auf ehrenamtlicher Basis zu engagieren. 

Dies hat mich begeistert, meine Magisterarbeit über die zivilgesellschaftlichen Beziehungen Deutschlands und Frankreichs nach dem zweiten Weltkrieg zu schreiben. Dieses Thema fand ich so spannend, dass ich jetzt auch in der selben Richtung promoviere.

Meine Doktorarbeit befasst sich mit den Beziehungen Deutschlands und Frankreichs nach dem Fall der Mauer. Ich erforsche auch den Mehrwert, den die deutsch-französische Beziehung generiert und werde dieses Jahr voraussichtlich nach Brest gehen, und eventuell auch nach Paris, um Recherche-Arbeit zu machen.

Ich promoviere auf dem Weg der Cotutelle. Da meine Uni keinen Cotutelle-Vertrag mit der Sorbonne Nouvelle hatte, musste ich mich selbst für die Gründung eines Vertrages zwischen den Pariser und Berliner Universitäten engagieren - was allerdings mit der Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule relativ einfach war. 

Allgemein gesprochen hat meine Erfahrung in Paris mich sehr positiv beeinflusst. Erstmal waren meine deutschen und französischen Kommilitonen sehr nett. Wir haben es geschafft, eine deutsch-französische Gruppendynamik zu gründen und gemeinsame Ausflüge zu machen. Wir haben zum Beispiel eine gemeinsame Studienfahrt in die Bourgogne unternommen und konnten uns während der drei Tage besser kennenlernen. 

Ansonsten habe ich mir in Paris viele Theaterstücke und Filme angesehen, Ausstellungen besucht und bin in eine Reihe von Konzerten gegangen. Als ich die grüne Fläche von Berlin vermisste, bin ich oft zum Parc des Buttes-Chaumont oder in den Jardin du Luxembourg gegangen. Außerdem habe ich mich sehr gerne am Point Ephémère am Canal Saint Martin aufgehalten, wo es immer etwas zu sehen gab: Ausstellungen, Konzerte und Kulturveranstaltungen.

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