Wer denkt, dass alle Wege rund um Fremdsprachen nur ins Lehramt führen, täuscht sich.

Generell kann man die Fremdsprachenstudenten in zwei Kategorien einordnen: Zum einen diese, die das Lehrersein anstreben, und zum anderen jene, für die die Fremdsprachenkenntnisse eine wichtige Vorraussetzung für eine internationale Tätigkeit in der freien Wirtschaft sind. Zum Lehramt führt ein Bachelor-Studium, beispielsweise das LLCE, welches die Sprache in all seinen Formen untersucht (Grammatik, Landeskunde, Literatur, Phonetik usw.).  Die LEA Studenten hingegen studieren eine Fächerkombination je nach Wunsch, das heißt die Fremdsprache in Kombination mit Fächern wie beispielsweise BWL oder Jura.

LLCE bedeutet langue, littérature et civilisation étrangères. Dieser Studiengang bildet angehende Lehrer an den französischen Collège oder Lycée aus. Da es in Frankreich keinen Studiengang "auf Lehramt" gibt, muss man zusätzlich noch eine Aufnahmeprüfung, den sogenannten CAPES Concours, bestehen. Aber auch Studenten, die mit den Kleinen arbeiten möchten, können diesen Studiengang belegen, sind jedoch dazu verpflichtet, nach einem 3jährigen Bachelor an den IUFM weiterzustudieren.
Auch für den Bereich der Übersetzung ist dies der richtige Studiengang.

Der Studiengang LEA - Langues Étrangères Appliquées - ist eher praxisorientiert. Man studiert gleichzeitig zwei Sprachen, wie zum Beispiel Englisch-Spanisch, Englisch-Chinesisch usw. Die Auswahl der Sprachen und die Spezialisierung (mehr Sprachen oder BWL) kommt immer auf den jeweiligen Schwerpunkt der Universität an. Oft kann man als Wahlfach auch eine dritte Sprache wählen. Auch wenn dieser Studiengang eher praxisorientiert ist, schließt er den Weg zum Lehrerberuf nicht aus. Außerdem ist es mit einem LEA Bachelor auch möglich, Dolmetscher zu werden. Die verschiedenen Spezialisierungen (Dolmetschen, internationale Beziehungen...) werden meistens ab dem 5. Semester ausgewählt.

Als letzte Möglichkeit gibt es den Français Langue Étrangère (FLE) Studiengang. Man kann diesen Studiengang meistens erst im 5. Semester mit LEA oder LLCE belegen und er bereitet die Studenten besonders darauf vor, Französisch als Fremdsprache zu lehren. Dieser Zweig vervollständigt ein LLCE oder LEA-Studium gut, besonders für diejenigen, die den Lehramtsweg einschlagen möchten.

Für ein außeruniversitäres Studium sind die écoles spécialisées besonders für das Dolmetschen geeignet (beispielsweise die ISIT). Doch manche dieser spezialisierten Schulen setzen ein vorausgegangenes Studium von 4 bis 6 Semestern voraus, wie zum Beispiel das ITI-RI in Straßburg oder l’ESIT in Paris. INALCO ist eine Schule, die sich in seltenen Sprachen spezialisiert hat.

Bei diesen Studiengängen sind Auslandserfahrungen wie Erasmus-Semester oder Auslandspraktika kein Muss, jedoch sehr empfehlenswert. Zu beachten ist, das die Studienzeit meistens über 6 Semester liegt, um eine gute Spezialisierung und genügend Fachkenntnisse zu erlangen.
Ferner sind natürlich auch postgraduierende Studiengänge zahlreich vertreten, je nach Spezialisierung.

Andere öffentliche oder private Hochschulen für das Dolmetschen und internationale Beziehungen:
- ESTRI in Lyon
- ESTICE in Lille
- IPLV in Angers
- ELCOA in Paris 

Siehe auch:

- Infozettel "Fremdsprachen" als PDF-Datei