Woher kommt mein Fleisch ? Wie kann ich sicher sein, dass keine Pestizide auf meinem Apfel sind ?

Wenn Sie solche Fragen beschäftigen, dann wird Sie ein Studium in der Landwirtschaft oder der Lebensmittelindustrie interessieren.

Da die Lebensmittelindustrie der zweitwichtigste Arbeitgeber Frankreichs ist, gibt es über 10.000 Firmen, die mit einer breiten Berufspalette werben. Besonders durch den Umbruch dieses Sektors mit den neuen Ansprüchen der Kunden, die nach mehr biologischen Produkten verlangen und der gleichzeitigen Globalisierung, ist der Bedarf an Spezialisten auf diesem Terrain groß. Das Siegel „Bio“ garantiert bestimmte Verarbeitungsmethoden und spricht für Qualität. Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern aus der Europäischen Union verlangt eine Anpassung an den neuen Markt. In den letzten Jahren hat Frankreich seine Stellung als Landwirtschaftsmacht bestätigt und spielt daher eine wichtige Rolle in den europäischen und zunehmend auch in den internationalen Beziehungen. Dabei darf man nicht vergessen, dass auch Fischerei und Weinanbau zum Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie gehören.

Wer schon früh weiß, dass er einen Beruf in der Landwirtschaft ausüben möchte, kann dies schon ab dem französischen Lycée (10. Klasse) tun, an einem sogenannten Lycée d’Enseignement Général et Technologique Agricole (LEGTA). Auch ein Studium ist nach Abschluss des Abiturs in diesem Bereich möglich. Wer die Richtung des Weins einschlagen möchte, kann sich an einer der 5 Universitäten bewerben, die einen Studiengang im Weinbereich (Anbau, Bestellung von Weinbergen, Weinkunde, usw.) anbieten. Das Weinstudium dauert 4 Jahre und wird an der Fakultät für Weinkunde von Bordeaux Institut des sciences de la vigne et du vin, dem Institut Jules-Guyot in Dijon, der Universität Paul-Sabatier in Toulouse und der Universität Reims sowie der SupAgro am ENSA in Montpellier angeboten.
An der Universität werden auch Studiengänge der Lebensmittelwissenschaften angeboten, welche ein gutes Sprungbrett für Grund- und Hauptstudien, berufsorientierte Bachelor oder Ingenieurschulen sind.

Auch wenn die Umsetzung der Theorie in die Praxis im Rahmen von Praktika in diesen Studiengängen sehr wichtig ist und oftmals einen obligatorischen Teil der Studiengänge darstellt, gibt es die Möglichkeit, in die Forschung zu gehen. Umweltschutz und Verwaltung von Landstrichen, gesunde und ausgewogene Ernährung, wettbewerbsfähige und qualitative hochwertige Produkte sind nur einige der Forschungsfelder.

Nützliche Links

- französische Agentur für gesundheitliche Nahrungsmittelsicherheit (ANSES)
- nationaler Verbund zur Anstellung und Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich (ANEFA)
- Föderation der Hochschulen für Agraringenieurwesen (FESIA)
- nationales Institut für agronomische Forschung (INRA)

Siehe auch:

- Infozettel "Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie" als PDF-Datei