Dank des Bologna-Prozesses ist das Hochschulwesen innerhalb der Europäischen Union angeglichen und vereinheitlicht worden.

Die Abschlüsse

An französischen Hochschulen gilt das sogenannte „LMD“-System. „LMD“ steht für „Licence – Master – Doctorat“, was in Deutschland den Abschlüssen „Bachelor – Master – Promotion“ entspricht. In Frankreich gilt also das selbe System wie in der Mehrzahl der EU-Staaten, auch wenn die Bezeichnungen sich teilweise unterscheiden. Dieses System soll die Mobilität von Studenten in Europa und auf der ganzen Welt fördern und erleichtern.

Die Erlangung von Abschlüssen basiert also auf überall gültigen Strukturen. Sie hängt von der Anzahl der Semester ab, die seit dem Beginn einer Hochschulausbildung studiert worden sind und der ihnen entsprechenden Summe an ECTS-Punkten:

Licence (Bachelor): Die Regelstudienzeit ist 6 Semester, während denen 180 ECTS-Punkte gesammelt werden müssen (insgesamt 3 Studienjahre)

Master: Die Regelstudienzeit ist 4 Semester, während denen 120 weitere ECTS-Punkte gesammelt werden müssen (insgesamt 5 Studienjahre mit 300 ECTS-Punkten)

Doctorat (Promotion): in der Regel wird der Doktorgrad nach 16 Semestern erworben (oder nach insgesamt 8 Studienjahren) während denen 480 ECTS-Punkte gesammelt werden müssen

ECTS: das europäische System für die Anrechnung von Studienleistungen

Innerhalb der europäischen Union beruht auch die internationale Anerkennung von Abschlüssen und Studiengängen auf einem gemeinsamen System, nämlich den ECTS-Punkten (European Credits Transfer System). Die Studienleistungen werden in ECTS-Punkten berechnet. Die bereits gesammelten ECTS-Punkte können so überall angerechnet und übertragen werden, etwa im Falle eines Studiums an mehreren europäischen Hochschulen.

Die Abschlüsse der öffentlichen französischen Hochschulen (diplômes nationaux) unterliegen staatlicher Kontrolle:

  • Staatlich anerkannte Diplome, die von öffentlichen Hochschulen oder anderen Bildungseinrichtungen (z.B. Kunsthochschulen, Architekturschulen etc.) ausgestellt werden, müssen die allgemein geltenden Qualitätskriterien erfüllen. Die Abschlüsse besitzen alle denselben Wert, unabhängig von der Einrichtung, die sie ausstellt.
  • Das Ingenieursdiplom (Diplôme d’Ingénieur) ist ein staatlich anerkanntes Diplom. Die Hochschulen, die ein solches austellen, unterstehen der Kommission für Ingenieursabschlüsse (Commission des Titres d’Ingénieur).
  • Eine analoge Regelung gilt auch für die Management- und Handelsschulen, die staatlich anerkannt sind. Ihre Diplome werden vom Bildungsministerium geprüft. Einige dieser Schulen besitzen auch internationale Labels oder Akkreditierungen für ihre Abschlüsse (z.B. Equis, AACSB).
  • Die Kunsthochschulen und die spezialisierten Hochschulen (Ecoles spécialisées) unterliegen ebenfalls staatlichen Kontrollen.

Nützliche Links:     Der Bologna-Prozess in Zahlen