Das Gesetz zur Gleichberechtigung und Chancengleichheit und der bürgerlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung (Loi pour l’égalité des chances, la participation et la citoyenneté des personnes handicapées) vom 11 Februar 2005 hebt das Recht auf Zugang zu Hochschulbildung für Menschen mit Behinderung hervor und verpflichtet die Hochschulen die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.

Studierende mit Behinderung nehmen an den regulären Lehrveranstaltungen und Prüfungen teil und bekommen ihren Bedürfnissen entsprechende Unterstützung (Mitschriften/Tonaufnahmen/Dokumente in Braille zu den Lehrveranstaltungen, ggf. einen Tutor/Sekretär etc.). Auch Prüfungen oder für Aufnahmeverfahren sollen derart gestaltet werden, dass die Erfolgschancen der der Studierenden nicht durch ihre Behinderung beeinträchtigt werden (zusätzliche Zeit, Gebärdensprachendolmetscher etc.).  

Ansprechpartner für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit in Frankreich:

Studierende mit Behinderung sollten sich an die „maison departementale des personnes handicapés“ (MDHP) wenden, diese wird mit der Hochschule bewerten, durch welche Maßnahmen der Studierende unterstützt werden kann. Die Maßnahmen werden dann mit Hilfe von Assistenzunternehmen für Menschen mit Behinderung umgesetzt.

Über folgende Website finden Sie die Hochschulen nach Region und den jeweils zuständigen Ansprechpartner für Studierende mit Behinderung  an Ihrer Hochschule: http://www.handi-u.fr/

Verkehrsmittel/Mobilität        

Falls der Student aufgrund seiner medizinischen Einschränkung die Hochschule nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, hat er Anspruch auf einen Fahrdienst.

Falls Sie Ihren Wohnsitz in Ile-de-France haben, ist der STIF (Syndicat des transports de l’Ile-de-France zuständig. http://www.stif.org/relations-voyageurs/contactez-nous/les-personnes-a-mobilite-reduite/article/contactez-nous-pour-l-accessibilite.html

Falls Sie außerhalb der Ile-de-France wohnen,  wird der Fahrdienst durch das „Departement“ in dem der Student seinen Wohnsitz hat gestellt. Wenden Sie sich dazu bitte an das zuständige Büro der Präfektur. http://www.interieur.gouv.fr/Le-ministere/Prefectures

 

Studium mit Dyslexie in Frankreich

Dyslexie ist als Behinderung anerkannt, daher wenden sich Studierende mit Dyslexie an die Organismen, die für Studierende mit Behinderung zuständig sind (s.o.)

Der Conférence des Président d‘Université (CPU) schlägt für Prüfungen folgende Anpassungen für Studierende mit Dyslexie vor:

Der Text wird dem Studierenden schriftlich vorgelegt, zudem wird der Text entweder durch einen Assistenten oder ein Vorleseprogramm vorgelesen.

Für die Umsetzung ist die jeweilige universitäre Struktur zuständig.  Zur Textproduktion steht dem Studierenden ein Sekretär zur Verfügung.

Zudem wird die Prüfungszeit für Studierende mit Dyslexie i.d.R. um ein Drittel verlängert.

Auf folgender Seite werden französischsprachige Vorlese- und Diktierprogramme vorgestellt: http://correspo.ccdmd.qc.ca/index.php/document/les-eleves-souffrant-de-troubles-dapprentissage/la-dyslexie-et-les-accommodements-pour-reussir-ses-etudes/

 

Weitere Informationen :

http://www.etudiant.gouv.fr/cid96791/etudiants-handicapes.html

http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid50620/aides-offertes-aux-etudiants-handicapes-ou-malades.html  (Broschüre des Bildungsministeriums)

CPU (2012): « Guide de l’accompagnement de l‘Étudiant handicapé à l’Université » www.cpu.fr/wp-content/uploads/2013/11/Guide-handicap-web2.pdf