Binationales Studium der Sozialwissenschaften bei Sciences Po Bordeaux und der Universität Stuttgart

 
Susanne, Deutschland

Ich hatte schon immer das „Problem“, mich für viele Sachen zu interessieren. So fiel mir auf die berühmte Frage „Was möchtest du später mal werden“ nie eine konkrete Antwort ein, und was ich studieren wollte, wusste ich auch nicht. Bis ich auf einen Flyer einer der Instituts d’Etudes politiques stieß.

Die Kombination aus verschiedenen Fächern im Bereich Sozial- und Politikwissenschaften gefiel mir sofort. Da ich zweisprachig Deutsch und Französisch aufgewachsen bin, wollte ich auch beide Sprachen in mein Studium integrieren. Unter den vier binationalen Studiengängen in Kooperation mit einem Institut d'Etudes Politiques (auch Sciences Po genannt), gefiel mir die Kombination Bordeaux-Stuttgart am besten. Daraufhin habe ich dann eine Bewerbungsmappe zur Universität Stuttgart geschickt, bestehend aus einem Motivationsbrief auf Deutsch und Französisch, dem Abiturzeugnis sowie andere Angaben zu Auslandsaufenthalten und Sprachkenntnissen.

Glücklicherweise wurde ich dann mit 36 anderen Bewerbern nach Stuttgart zu einem Auswahlgespräch eingeladen. Ich war an diesem Tag sehr aufgeregt und kam viel zu früh am Ort des Geschehens an. Das 15-minütige Gespräch war dann aber viel entspannter als ich es mir vorgestellt hatte. Es ging nicht nur darum, alle Fragen perfekt zu beantworten, sondern auch darum wie man reagiert, wenn man mal nicht antworten kann.

Nach zwei Wochen bekam ich dann eine positive Antwort, wie elf andere glückliche Bewerber, und konnte mich dann den Vorbereitungen für das erste Jahr in Bordeaux widmen.

Im Laufe meines ersten Studienjahres habe ich erste Einblicke in die politische Theorie und der Geschichte der Politikwissenschaften bekommen. Zuvor hatte ich mit Politik nicht viel am Hut, und hatte deshalb ein bisschen Bedenken was dieses Fach anging. Jedoch stellte sich diese Disziplin als sehr interessant heraus, es wurde sogar zu meinem Lieblingsfach!

Das System der grandes écoles in Frankreich ist, wie der Name es schon sagt, sehr verschult. Manche empfinden dies als Vorteil, weil man regelmäßig Hausarbeiten abgeben muss und so automatisch regelmäßig arbeitet, andere eher als Nachteil, weil man sich seine Arbeit nicht frei einteilen kann und durchgehen Leistungen bringen muss. Eine Besonderheit ist, dass es viele universitätsinterne Vereine gibt, unter anderem der Önologie-Verein, der hier logischerweise in Bordeaux, der Weinstadt, nicht fehlen darf, aber auch ein wichtiger Kunstverein mit verschiedenen Branchen, ein Sportverein und verschiedene Vereine, die sich
mit Europa und der Europäischen Union beschäftigen..

In diesem ersten Studienjahr habe ich auch viele Erfahrungen außerhalb des Studiums sammeln können. So durfte ich zum ersten Mal meinen eigenen Haushalt schmeißen, musste die Wohnhilfe (APL) beantragen, aber habe auch viele interessante Leute mit verschiedenen Hintergründen kennen gelernt.

Nun freue ich mich das Studentenleben in einer deutschen Universität kennenzulernen und kann es kaum erwarten im Oktober nach Stuttgart zu ziehen.

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