Deutschland
Cécile, Deutschland

Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden, dann Ägyptologin. Und schließlich Journalistin. Dabei ist es bis jetzt geblieben. Alle Wege, so sagte man mir, können zum Journalismus führen. Und es macht durchaus Sinn ein allgemeines Studium zu absolvieren, bevor man die Feinheiten der Journalisten-Ausbildung erlernt.

So bewarb ich mich erstmal für den deutsch-französischen politik- und sozialwissenschaftlichen Studiengang an Sciences Po Bordeaux und an der Uni Stuttgart. In diesem 5-jährigen Studium verbringt man abwechselnd 2 Semester in Bordeaux und 2 Semester in Stuttgart. Selbst wer sich in der Uni nicht anstrengt, lernt wenigstens eine Sache: Flexibilität.

In der Uni mitzumachen lohnt sich aber trotzdem, da die Inhalte in den jeweiligen Ländern sehr interessant und komplementär sind. Schon im dritten Jahr muss man sich für eine Master-Vertiefung entscheiden. Sciences Po Bordeaux bot einen Journalismus-Master an, leider aber nicht für Studierende des deutsch-französischen Studiengangs. Dennoch gab es genug interessante Alternativen und so entschied ich mich für den „European Studies“  Master. Das Jahr darauf in Stuttgart konnte ich den Schwerpunkt „Kommunikationswissenschaften“ wählen. Langsam näherte ich mich meinem Ziel.

Journalismus zu machen war bei mir das ganze Studium lang im Hinterkopf, aber ich habe auch sehr viel andere Sachen kennengelernt und verschiedene Praktika in unterschiedlichen Bereichen absolviert.

Und plötzlich kam der Durchbruch. Während einem Uni-Aufenthalt in Brüssel,  wurde mir wieder klar, warum ich Journalistin werden wollte. Meine Kommilitonen interessierten sich eher für Praktika als Abgeordneten-Assistent oder wollten in Richtung Interessenvertretung gehen. Und ich dachte mir nur: hier gibt es schon genug Leute die für die EU arbeiten, aber es gibt zu wenige, die auch gerecht berichten, was hier überhaupt passiert. Meine Motivation Journalistin zu werden, war wieder ganz groß.

Als Abschluss meines Studiums absolvierte ich ein Praktikum bei ARTE, was mich sehr begeisterte und mich dazu brachte, mich für ein Journalismus-Studium zu bewerben. Nun hatte ich ja 5 Jahre lang deutsch-französisch studiert, und ich wollte mich nicht für eines der beiden Länder entscheiden. So entdeckte ich den deutsch-französischen Master für europäischen Journalismus an der Sorbonne-Nouvelle in Paris.

Dieser Master erschien mir perfekt: ein Semester lang sollten wir die unterschiedlichen Journalismus-Formen und Schreibarten lernen und dann Erfahrung anhand mehrerer Praktika sammeln. Ich bewarb mich und wurde mit 8 anderen Studierenden aufgenommen. So eine kleine Gruppe bietet natürlich perfekte Voraussetzungen für intensiven und personifizierten Unterricht. Und so war es auch. Binnen 4 Monaten wurden uns die Grundlagen des Journalismus beigebracht. Das ist natürlich anspruchsvoll. Und dann auch noch in zwei Sprachen mit zwei unterschiedlichen journalistischen Kulturen! Wir hatten ziemlich viel Arbeit, aber mir erschien sie nicht wirklich als solche. Es machte mir vor allem Spaß und es war sehr spannend.

Jetzt kommen erstmal eine Reihe Praktika, um herauszufinden, bei welcher Art von Medien ich überhaupt arbeiten möchte. Das deutsch-französische Studium hat mir auf jeden Fall sehr viel mitgegeben, sowohl inhaltlich als auch was die unterschiedlichen Arbeitsmethoden betrifft.