Deutschland
Marlene, Deutschland

Ich studiere Romanistik/ Französisch und Kommunikationswissenschaft an der FSU Jena und schon zu Beginn meines Studiums habe ich mich auf einen Auslandsaufenthalt in Frankreich gefreut. Deswegen war ich umso glücklicher, als ich eine Zusage für einen Erasmus-Studienplatz an der Sorbonne Nouvelle (III) de Paris für das Wintersemester 2013/14 erhalten hatte.

Dann ging es auch schon mit den Vorbereitungen los, wobei man sagen muss, dass man nie zu früh anfangen kann in Paris nach einer Wohnung zu suchen. Überhaupt eine Wohnung zu finden war sehr schwer und auch einen Platz im Wohnheim habe ich nicht ergattern können, da diese sehr begehrt und überfüllt sind. Schließlich konnte ich mir ein Studio mit einer Kommilitonin aus Jena teilen, wodurch die Miete auch bezahlbar wurde.
An die Vorbereitungen auf die anstehenden Kurse und Seminare kann man dagegen, im Nachhinein betrachtet, wesentlich entspannter herangehen. Die Modul- und Kursbeschreibungen und das Programm für das kommende Semester wurden erst sehr kurz vorher bereitgestellt und da die Frist zur Abgabe des Learning Agreements erst etwa drei Wochen nach Semesterbeginn abgelaufen war, konnte ich mir zuerst verschiedene Seminare und Kurse anschauen, bevor ich mich endgültig entscheiden musste.
Dies war sehr praktisch, da sich die französische Lehrweise und die Art der Kurse doch mehr von der deutschen unterscheiden, als ich anfangs angenommen hatte. Was mich auch sehr überrascht hat war, dass weder Skripte noch Material im Internet vorhanden waren und die Studenten emsig alles mitgeschrieben haben, was jedoch den positiven Effekt hatte, dass ich zwangsweise besser aufgepasst habe. Ungewohnt war auch die Einschreibung in die Kurse, die ebenfalls nicht über das Internet verläuft, was mir aufgrund von langen Wartezeiten vor sämtlichen Büros einige Nerven gekostet hat, doch auch daran gewöhnt man sich schnell.

Im Studentenalltag in Paris kann man viel erleben und man lernt schnell gleichgesinnte Erasmus-Studenten aus aller Welt kennen, mit denen man die Stadt erkunden kann. Ein Highlight für mich war auch eine Woche „Ferien“ im Semester (die eigentlich zur Vorbereitung auf die Prüfungen genutzt werden soll), in der ich eine Freundin in Nizza besucht habe. Dort habe ich gemerkt, dass es auch von Vorteil sein kann in einer kleineren Stadt sein Erasmus-Semester zu absolvieren, da es dort teilweise leichter fällt, Kontakte zu Franzosen zu knüpfen.

Auch wenn das Erasmus-Semester mit etwas Stress und Organisation verbunden ist, kann ich es jedem weiterempfehlen. In Paris gibt es so viel zu entdecken, dass ein Semester (vor allem das französische) eigentlich viel zu kurz ist, weshalb ich auch noch einen Monat länger geblieben bin. Ich würde anderen Studenten dazu raten, ein ganzes Jahr im Ausland zu verbringen, um von den sprachlichen Fortschritten auch richtig profitieren zu können.

Man sollte vor allem auch bedenken, dass sich auch im Ausland die Sprachkenntnisse nicht von selbst verbessern, gerade weil der Redeanteil der Studenten in der Uni eher gering ist. Als Erasmusstudent kommt es auch schnell dazu, dass man untereinander englisch spricht oder sich einzelne Grüppchen mit Studenten aus dem gleichen Land bilden. Deshalb sollte man versuchen, auch Kontakt zu Franzosen herzustellen und darauf achten, möglichst viel französisch zu sprechen.

Es war sehr interessant, ein anderes Studiensystem kennenzulernen und in den Seminaren habe ich neue Einblicke in mein Studium gewonnen. Meiner Erfahrung nach machen Auslandssemester Lust auf mehr und ich habe vor, vielleicht während meines Masters, noch eine andere französische Stadt kennen zu lernen.