Überseegebiete: Frankreich am anderen Ende der Welt

Im Pazifischen Ozean, an der ost-amerikanischen Küste und im indischen Ozean – auch außerhalb des Festlands befinden sich Regionen Frankreichs. Guadeloupe, Französisch-Guyana, Martinique und la Réunion werden als département et région d’outre-mer bezeichnet. Ebenfalls zu Frankreich zählen die collectivités d’outre mer wie Französisch-Polynesien und Neu-Kaledonien, die verwaltungstechnisch unabhängiger sind.

In den Überseegebieten kann man einige Studiengänge auf hohem Niveau finden. Die Universitäten überzeugen zudem durch ihre traumhafte Lage und die daraus resultierenden Spezialisierungen.

Die Universität der Réunion ist mit über 15.000 Studierenden die größte der DROM-COM. Sie bietet ein breites Angebot an Studiengängen in den klassischen Bereichen. Durch die Lage kann man hier auch besonders gut Meeresbiologie studieren und erkunden. Zudem verfügt die Hochschule über zwei Doktorandenkollegs, einerseits im Gebiet Sciences, Technologies et Santé, andererseits auf dem Feld der Human- und Sozialwissenschaften.
Auch die internationalen Beziehungen werden gepflegt: Neben den Erasmuspartnerschaften gibt es bilaterale Vereinbarungen mit Südafrika, Australien, Indien, Madagaskar und anderen.

Die Universität der Antillen zählt über 9.000 Studierende. Ihr Hauptsitz befindet sich auf Guadeloupe, drei weitere Campi sind auf der Insel Martinique angesiedelt. Auf Guadeloupe befinden sich die Institute für Naturwissenschaften, Medizin, BWL, Politikwissenschaften und Sport. Die Martinique bietet Studiengänge in Geisteswissenschaften, Philologie, Medizin, Jura und BWL an.


An der Université de la Polynésie Française können die knapp 4.200 Studierende zwischen Studiengängen in den Bereichen Geisteswissenschaft, Jura, BWL, Lehramt und Naturwissenschaften wählen. Der Schwerpunkt der Hochschule liegt allerdings auf der Erforschung des Pazifiks und seinen biologischen und geologischen Besonderheiten. Nicht zu vergessen sind die aktiven Beziehungen zu internationalen Universitäten (Fidji, USA, Kanada, Australien...).      

Die Université de la Nouvelle-Calédonie bietet den 2.500 Studierenden Studiengänge in den Bereichen Jura, Wirtschaft und Verwaltung, Geisteswissenschaften und Philologie, Naturwissenschaft und Lehramt. Aus der außergewöhnlichen Lage der Universität ergeben sich bestimmten Spezialisierungen, wie z.B. auf ozeanischen Sprachen und spezifischen Cultural Studies.


In der Université de Guyane, die sich 2014 von der Université des Antilles getrennt hat, können die 2.000 eingeschriebenen Studierenden in allen Fachrichtungen studieren. 

Studium an einer Grande Ecole

Die Ecole Supérieure d’Ingenieurs Réunion Océan Indien (ESIROI) genießt einen sehr guten Ruf. Sie bietet Spezialisierungen auf den Lebensmittelsektor, das Baugewerbe und den Bereich Informatik und Telekommunikation an. Zudem pflegt sie Partnerschaften zu angesehen Hochschulen in Frankreich.


Die Université des Antilles bietet ein Programm an, das den angesehenen Ingenieurtitel verleiht (ingénieur diplômé de l'université des Antilles, spécialité matériaux).
Auch die Ingenieurhochschule CNAM bietet auf der Martinique das Ingenieurdiplom Spécialité construction et aménagement an.

Studium an einer spezialisierten Hochschule

Auf la Réunion befindet sich ein Campus der ENSAM, der Architekturhochschule von Montpellier. Dort kann man nicht nur einen Master erlangen, sondern darauf auch noch die HMNOP setzen, eine Ausbildung, die nötig ist um als staatlich anerkannter Architekt zu arbeiten und Baupläne zu unterzeichnen.


Zudem findet man auf La Réunion und La Martinique jeweils eine Kunsthochschule, die die staatlichen Abschlüsse DNA und DNSAP verleiht.

Freizeit

Guadeloupe verzaubert seine Besucher. Martinique bietet eine spannende Mischung kreolischer Traditionen in der Karibik. In Französisch-Guyana, wo der Regenwald bis zum Ozean reicht, lässt sich die unberührte Natur erleben. Exotisch ist auch La Réunion, die tropische und vulkanische Insel im indischen Ozean, auf der die tamilische, indische, chinesische, madagassische, kreolische und französische Kultur miteinander verwoben sind.

Die Inseln sind beliebte Urlaubsziele und locken mit traumhaften Sandstränden und türkisen Wasser. Daraus leiten sich auch die zentralen Aktivitäten an: Wassersportbegeisterte können Schnorcheln, Surfen und Rauchen. Wer lieber festen Boden unter den Füßen spürt kann die Natur auf den wunderschönen Wanderwegen erkunden.


Aber auch die lokalen Kulturen und Traditionen sind spannend und bereichernd. Die traditionelle Tattoo-Kultur in Französisch-Polynesien, das Tjibaou-Kulturzentrum in Neukaledonien, der Karneval in der Guyane oder die Réunion-Kreolische Sprache in La Réunion zeugen vom kulturellen Reichtum der Regionen.